Archive for the 'Allgemeines' Category

Führerschein: Grenzwerte für Cannabis auf Abgeordnetenwatch

Freitag, Januar 29th, 2010

Paul wird mit seinem Auto angehalten. Der Drogentest zeigt postiv auf Cannabis. Der Führerschein wird eingezogen, Geldstrafe. MPU. Aber ist das überhaupt die Realität? Zur Zeit gilt der Grenzwert von 1ng/ml Blut, und dieser wurde nur festgelegt, da Null nicht möglich ist. Aber auch noch Tage nach einem Konsum, wenn die Fahrtüchtigkeit schon längst wieder hergestellt ist, ist der positive Drogennachweis noch möglich. Auch die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen meint, dass dies an der Realität vorbei sei. Eine Person hat nun unserer Drogenbeauftragten die Frage gestellt, wie Sie die Forderung der Experten nach einem realistischen Grenzwert bewertet.

Auf Abgeordnetenwatch kann man Politiker nach ihrer Meinung fragen und wenn die Frage interessant ist, sich auch bei einer Antwort benachrichtigen lassen. Drogenbeauftragte Dyckmans ist unter den Top Drei interessantesten Politikern.

München: Blei im Gras gefunden

Mittwoch, Februar 25th, 2009

Der Deutsche Hanfverband teilte am 20.2.2009 mit, dass in Bayern/München Blei im Cannabis gefunden worden sei. Es wurden mehrere Personen mit stark erhöhtem Bleiwerten im Blut eingeliefert. Analysen des von ihnen konsumierten Marihuana ergaben: Blei.

Damit wird ein neues Kapitel einer dramatischen Entwicklung aufgeschlagen.

Hier der Link zu der Sammlung häufiger Fragen zu dem Blei-im-Gras Komplex von den Drugscouts in Leipzig

Ende 2007 war es zu einer Massenbleivergiftung durch Marihuana im Raum Leipzig gekommen. Seit dem 2. Weltkrieg hatte es in Deutschland keine derartige Serie von Bleivergiftungen mit über 100 Betroffenen mehr gegeben.

Georg Wurth, Sprecher des Deutschen Hanf Verbandes betont: “Nur der Verkauf von Cannabis in Fachgeschäften kann dafür sorgen, dass Vier Millionen Cannabiskonsumenten in Deutschland vor skrupellosen Geschäftemachern und gefährlichen Streckmitteln geschützt werden. Der legale Anbau einiger Pflanzen wären ein sinnvoller erster Schritt. Bleibt zu hoffen, dass die Bundesregierung ihre Blockadehaltung im Interesse der Gesundheit der Konsumenten endlich aufgibt.”

Hanf-Öl Prozess auf den 28. Oktober 2008 verschoben

Mittwoch, Oktober 1st, 2008

Die Grüne Hilfe berichtete von der Anklage im Hanf-Öl Prozess. Dieser wurde auf den 28. Oktober verschoben. Vorraussichtlich findet die Verhandlung um 10:30 Uhr am Amtsgericht Hersbruck statt.

Grüne Hilfe fordert Regulation des Cannabis-Marktes durch legale Abgabemodelle

Samstag, September 20th, 2008

Resolution des Grüne Hilfe-Bundestreffens Arnstadt im September 2008

Arnstadt. Seit 1994 engagiert sich der “Grüne Hilfe-Netzwerk e.V.” als Informations- und Kontaktbörse zu den Themen Cannabis und Recht, Cannabis als Medizin und Gefangenenbetreuung ehrenamtlich “für die Minderung der gesellschaftlichen Auswirkungen der Drogenproblematik”. Hier fordert die Grüne Hilfe zur Regulation des Drogenmarktes legale Cannabis-Abgabemodelle, z.B. nach dem niederländischen Coffeeshop-Modell sowie die Entkriminalisierung aller DrogenkonsumentInnen.

Beim GH-Bundestreffen in Arnstadt/Thüringen erläuterten die GH-AktivistInnen, dass die herrschende Verbotspolitik durch Zerstörung von Lebensläufen, Vertrauensverhältnissen, Freundschaften und Familien mehr Probleme schaffe, als sie vorgebe zu lösen. Es bestehe kaum ein Zusammenhang zwischen Drogen-Repression und –Konsum heißt es in der Resolution des GH-Bundestreffens.

Als Beleg für ihre Argumentation führt die Grüne Hilfe unter anderem eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 2008 auf, in der es heißt, “dass Drogenkonsum und Drogenpolitik sich kaum beeinflussen:” Was haben die Bewohner so verschiedenartiger Länder wie Kolumbien, Mexiko, USA, Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Spanien, Ukraine, Israel, Libanon, Nigeria, Südafrika, Japan, China und Neuseeland gemeinsam? Dass sie mehr oder weniger oft zu Rauschmitteln greifen. Eine Untersuchung im Rahmen der WHO hat über 85000 Menschen in diesen Ländern nach ihren diesbezüglichen Gewohnheiten befragt – mit interessanten Ergebnissen, die im Fachmagazin „PloS Medicine“ nachzulesen sind. Was reizt wohl mehr – die verbotene Frucht oder die Auslage im Coffeeshop?

Vertraut man den Zahlen der WHO-Forscher, muss die These von der verbotenen, besonders süßen Frucht etwas für sich haben. In den USA haben jedenfalls über 40 Prozent der Befragten schon Cannabis zu sich genommen – in den weit liberaleren Niederlanden nur halb so viele. Ansonsten muss man sich den Cannabis-Konsum anscheinend auch leisten können – in den westlichen Staaten liegt er jedenfalls deutlich höher als in Entwicklungsländern. Deutschland etwa liegt hinter den USA, Neuseeland, den Niederlanden und Frankreich auf dem fünften Platz.

Als Chance für eine liberalisierte Hanf-Politik der Vernunft (auch für DrogenkonsumentInnen muss das Recht auf VerbraucherInnenschutz, z.B. durch Drugchecking- Modelle gelten!) mit Signalwirkung auf Deutschland und andere Staaten sieht die Grüne Hilfe den Volksentscheid in der Schweiz am 30.November: Auf Initiative der “Schweizer Hanf-Koordination” (www.hanfinitiative.ch) soll Art. 105a der schweizer Bundesverfassung, wie folgt geändert werden: “Der Konsum psychoaktiver Substanzen der Hanfpflanze sowie ihr Besitz und Erwerb für den Eigenbedarf sind straffrei, der Anbau von psychoaktivem Hanf für den Eigenbedarf ist straffrei, der Bund erlässt Vorschriften über Anbau, Herstellung, Ein- und Ausfuhr von sowie Handel mit psychoaktiven Substanzen der Hanfpflanze, der Bund stellt durch geeignete Massnahmen sicher, dass dem Jugendschutz angemessen Rechnung getragen wird. Werbung für psychoaktive Substanzen der Hanfpflanze sowie Werbung für den Umgang mit diesen Substanzen sind verboten.”

Die Grüne Hilfe-AktivistInnen hoffen, dass mit einem JA zur Schweizer Hanf-Initiative, das von den Vereinten Nationen (UN) im März in Wien ausgerufene „drogenpolitische Jahr der Besinnung“ genutzt werden kann, um den herrschenden PolitkerInnen Wege aus ihrer drogenpolitischen Ignoranz und Verteufelung hin zu einer Regulation des Drogenmarktes mit tatsächlichem Gesundheits-, VerbraucherInnen- und Jugendschutz aufgezeigt und umgesetzt werden können.

20.9.2008

Online-Petition Cannabis als Medizin: Wir bitten um Ihre Mithilfe

Samstag, Juli 5th, 2008

Sehr geehrte Damen und Herren, ich wende mich an Sie im Namen des Selbsthilfenetzwerkes Cannabis als Medizin, der Patientenvereinigung der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM), und möchte um Ihre Mithilfe bitten.

Am 15.10.2008 wird sich der Gesundheitsausschuss des Bundestags in einer öffentlichen Anhörung mit der Situation von Patienten beschäftigen, die Cannabis als Medikament benötigen.

Zu dieser Anhörung sind u.a. auch Vertreter unserer Vereinigung geladen. In diesem Zusammenhang haben wir auf unserer Website eine Online-Petition geschaltet, um auch durch Zahlen unseren Volksvertretern zu demonstrieren, wie wichtig unser Anliegen ist. Cannabis bedarf unserer Ansicht dringend zumindest einer Umstufung in die Anlage 3 des BtMG, so dass wenigstens die Schwächsten unserer Gesellschaft vom dessen medizinischen Nutzen profitieren können.

Der Petitionsaufruf ist über das Pageear unser Website
http://blog.selbsthilfenetzwerk-cannabis-medizin.de oder direkt unter der URL http://blog.selbsthilfenetzwerk-cannabis-medizin.de/?p=83 zu finden

Unsere Bitte an Sie wäre, auf Ihrer Website auf diese Petition aufmerksam zu machen, und darauf für die Dauer der Petition zu verlinken. Gerne stellen wir, wenn Ihnen das recht ist, auch den Code für das von uns verwendete Pageear zum Einbau in Ihre Site zur Verfügung.

Zu Fragen und Anregungen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung, würde mich
im Namen aller SCM-Mitglieder sehr über eine Rückmeldung freuen, und
verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Dipl.-Ing. Markus Einsle
2. Sprecher SCM

Cannabis ist Medizin – stoppt die Kriminalisierung von Patienten!
http://blog.selbsthilfenetzwerk-cannabis-medizin.de

Buchbesprechung von “Rauschzeichen, Cannabis: Alles, was man wissen muss” von Steffen Geyer und Georg Wurth

Donnerstag, Juni 12th, 2008

Rauschzeichen” – eine Buchbesprechung: Zunächst möchte ich den beiden Autoren zu diesem Buch gratulieren. Sie haben sehr gut recherchiert und ein umfassendes Bild über die „Illegalität“ von Cannabis geschildert, das sehr informativ und aufschlussreich ist. Es ist ein aufklärendes Buch nicht nur für Eltern, Lehrer, Polizisten und Richtern. Selbst für mich, der seit mehreren Jahrzehnten kifft, gab und gibt es immer noch neue Infos.

Die Einleitung und die Historie ist „kurz und bündig“ verfasst, aber dennoch mit allem Wichtigen gespickt. Das Problem der Christianisierung sollte meiner Meinung nach noch ausführlicher dargestellt werden. Wie hat mein Klassenlehrer immer gesagt:“ Wir studieren die Geschichte um die Gegenwart zu verstehen“. Daher wäre eine stärkere Gewichtung wünschenswert gewesen.

Bei der Wirkung von Cannabis würde ich noch einen Punkt hinzufügen wollen. Konsumenten mischen ja gerne Cannabis oder Marihuana mit Tabak. Dies hat aber leider einen kleinen Nachteil, pharmakologisch gesehen unterstützt THC die Nikotinwirkung. Daher auch die Kreislaufflashs und Übelkeit die bei manchen Konsumenten eine unbeliebte Begleiterscheinung ist. Würde anstatt Tabak Bilsenkraut (Hyoscyamus) zum THC gemischt, dann unterstützt das Binsenkraut den THC und die Nebenwirkungen würden wegbleiben, eine andere Möglichkeit ist natürlich der pure Genuss.

Auch sollte noch genauer auf die Unterscheidung zwischen Haluzinogena und Stimulanzen
eingegangen werden. Cannabis, LSD, Ecstasy sind haluzinagene, Kaffee, Kokain, Speed (Amphetamine) sind Stimulanzen.

Zum Kapitel Schlaf und Traum: Jeder Mensch träumt. Dies ist eine Option der Seele
( Dreiklang Körper, Geist und Seele ), sie will beim schlafen reisen! Nur geht es dem Kiffer genau wie dem Richter, dem Heiligen, dem Biertrinker, man kann sich eben nicht an jeden Traum erinnern.
Zum Kapitel Schwangerschaft: Es gibt eine medizinische Studie von kiffenden, schwangeren
Frauen auf Jamaika. Unterm Strich kam heraus, dass die Kinder einen Tick intelligenter waren als die anderen. Aus eigener Erfahrung in der Verwandtschaft möchte ich dazu noch erwähnen: Eine mir bekannte Frau, und sie war nicht die einzige die ich kenne, hat damals beim Stillen ihrer Tochter immer gerne ein Tütchen geraucht. Mit 16 Jahren hat dann das Kind auch angefangen täglich zu Kiffen. Mit 20 hat sie dann die Ausbildung mit guten Noten bestanden. Mit 25 hat sie dann das Abitur nachgemacht mit einem Durchschnitt von 1,5, anschließend erhielt sie ein Stipendium für ihr Studium. Immer wieder stellte sie die Frage:“ Was ist denn eigentlich so schlimm am Kiffen und warum ist es verboten? Ich muss mich verstecken mit meinem Konsum und oft scheinheilig sein, muss so aufpassen beim Besorgen, aber ich krieg doch mein Leben gebacken, warum ist das alles so?“. Nur soweit zum Thema von Kapitel 2 Wirkung von Cannabis und seinen angeblich verheerenden Nebenwirkungen.

Zum Kapitel Legalisierung: Die Autoren haben sehr gut erklärt warum eine Legalisierung von THC längst überfällig ist, sie nahmen Bezug auf die Menschenrechten, die Kosten der Repression und das für einige Krankheiten Cannabis eine hervorragende schmerzstillende und appetitanregende Medizin ist. Nur leider, meiner Meinung nach, von den Herrschenden kein Interesse daran besteht und zwar aus einem beherrschenden Grund: GELD!

Dazu möchte ich kurz ausholen: 1980, weiß man, hat die Stadt London pro Tag eine Tonne Cannabis konsumiert. Wie viel Städte in der Größenordnung wie London gibt es in Europa?
Wer Spaß am Rechnen hat kann jetzt den Taschenrechner vorholen.

Das holländische Königshaus hat das Recht „gepachtet“ europaweit mit Hanf zu handeln und natürlich zu importieren (Rotterdam). Daher die eigene Liberalität und der Neid der anderen Länder.
Die amerikanische CIA hat das Recht „gepachtet“ den Weltmarkt mit Heroin zu versorgen.
Wer bitte schön will sich solch lukrativen Geschäfte abnehmen lassen?
Seit 20 Jahren hält sich hartnäckig die Zahl, wie auch im Buch dargestellt, 4 Millionen Konsumenten es sind aber wesentlich mehr!

Jetzt wieder eine kleine Rechenaufgabe: Pro Kiffer 1 Gramm pro Tag. Wenn jetzt jeder theoretisch selber anbauen würde ….. Ein ganzer Markt würde zusammenbrechen. Wer hätte ein Interesse dran? Und weil dieses eines der besten und sichersten Geschäfte weltweit ist, zitiere ich hier folgendes von Dr. Christian Rätsch: „ Auf meinen ausgedehnten Reisen in allen Kontinenten habe ich immer wieder beobachtet können, dass Menschen aller Kulturen, aller sozialer Schichten, aller Religionen und aller Hautfarben psychoaktive Pflanzen oder psychoaktive Produkte Konsumieren. Warum nehmen Menschen psychoaktive Substanzen ein? – Weil ein Grundbedürfnis nach Berauschung, Ekstase, seligen Schlaf, Erkenntnis und Erleuchtung in unseren Genen festgeschrieben ist“. Das dieser Autor nicht in der Literaturliste von Rauschzeichen vorkommt, wundert mich schon ein bissel, so wie auch Wolf Dieter Storl, beides Autoren die viel für die Erforschung von Kräutern und THC geleistet haben.

Die Autoren berichten in ihrem Buch über die Repressalien in Holland. Es ist unbestreitbar, dass die grenznahen Coffeeshops reihenweise geschlossen wurden, aber eher aus Gründen des ausländischen Drucks von Polizeibehörden und der Neid des Auslandes ist auch nicht zu unterschätzen. Der holländische Staat verdient sehr gut daran. 1985 musste die größte Coffeeshopkette Bulldog 1,5 Millionen Gulden Steuern nachzahlen, welches für diese damals kein Problem darstellte.
Anfang dieses Jahres besuchte ich meine Tochter in Utrecht, sie studiert dort Germanistik. Natürlich besuchten wir einen Coffeeshop, der sich auf einem Hausboot befand. Ich kann nur sagen, dass das Angebot knapp aber qualititativ hervorragend, die Atmosphäre sehr entspannt und es hat Spaß gemacht, sich mit diesen leckeren Dingen zu versorgen. Es war sehr gemütlich mit einer fröhlichen Stimmung, auch uns Deutschen gegenüber. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Niederländer diesen Tourismusmagnet aufgeben würden.

Noch ein letztes zum Thema Cannabis Sativa. Diese Pflanze ist mit der Sonnenblume gemeinsam die lichthungrigste Pflanze der Welt. Je höher und näher an der Sonne, desto besser und leckerer die Qualität. Diese Pflanze die uns die Götter geschenkt haben, übermittelt uns das Licht und damit das Bewusstsein, und Bewusstsein, oder Schlau werden will der Staat wohl nicht, aus welchen Gründen auch immer!

Abschließend finde ich das Buch sehr gelungen. Zu Recht kann man sagen, dieses Buch ist ein Wegweiser zur Cannabispflanze, sehr kompakt, sehr unkompliziert lesbar ein Kriterium welches nicht zu unterschätzen ist.

Kiffernews.de den 11.06.2008

Auch der Focus hat mit einem der Autoren gesprochen: “Kiffer-Ratgeber

Großer Hasch-Fund wird auf DNA-Spuren untersucht

Donnerstag, Mai 22nd, 2008

Nach dem Drogenfund auf der Autobahn 2 hat die Polizeidirektion Nord beim Landeskriminalamt (LKA) eine Analyse der sichergestellten rund 100 Kilogramm Haschisch in Auftrag gegeben. Geprüft werden soll, ob sich über mögliche DNA-Spuren an dem Haschisch eine Spur zu weiteren Tätern ergibt, wie Polizei und LKA am Dienstag in Magdeburg mitteilten. Außerdem soll die Reinheit untersucht werden.

Die mehr als 100 Kilogramm Haschisch und rund zehn Kilogramm Marihuana im Marktwert von rund 500.000 Euro waren am Sonntag in Taschen entdeckt worden, die ein Mann aus seinem Auto genommen hatte, als der Wagen bei Bornstedt (Bördekreis) Feuer fing.

Quelle: 20.05.08, Mitteldeutsche Zeitung: Haschisch-Päckchen von der A 2 werden untersucht

Bundeskabinett beschliesst neuen Bußgeldkatalog

Mittwoch, Mai 21st, 2008

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch, den 21. Mai 2008 einen neuen Bußgeldkatalog beschlossen. Verdoppelt werden soll auch der in Extremfällen mögliche Bußgeld-Rahmen: auf 3000 Euro für unter Alkohol oder Drogen stehende Fahrer und auf 2000 Euro für sonstige vorsätzliche Delikte. Drogendelikte beginnen dann bei 500 Euro. Auf verschärfte Punkte-Regelungen der Flensburger Verkehrssünder Kartei und längere Fahrverbote soll verzichtet werden. Die neuen Regelungen sollen ab dem 1. Januar 2009 gelten.

Aktueller Bußgeldkatalog: im Ratgeber von Web.de – Bußgeld

Leserbrief: Sucht-Gefahren – Psychosen waren bereits verdeckt vorhanden

Mittwoch, April 23rd, 2008

Zum Artikel der Alsfelder Allgemeinen „27 Monate Haft als Hilfe zum Ausstieg aus der Sucht“:

Im oben aufgeführten Artikel finden sich einige Ungereimtheiten, von denen ich einigen hier „Nachdenk-Gedanken“ gegenüberstellen möchte: Wenn es heißt, „wie hilflos man durch langen Drogenkonsum wird“, ist zu bedenken, dass längerer Drogenkonsum nicht automatisch zu Hilflosigkeit führt. Nicht längerer Konsum ist hier ausschlaggebend, sondern was, wie oft, warum und wie konsumiert wird. Dies gilt übrigens für legale Drogen ebenso wie für illegallisierte.

Wenn es heißt, dass er durch den Drogenkonsum eine Psychose entwickelt habe, gilt es zu bedenken, dass sowohl Alkohol als auch illegalisierte Substanzen Psychosen aufdecken können, diese aber nach wissenschaftlichen Erkenntnissen bereits latent (das heißt unter der Oberfläche) vorhanden/angelegt waren. Hier könnten/dürften die Lebensumstände beim Leben auf der Straße und ohne Tagesstruktur eine Rolle gespielt haben.

Wenn es in der Schlagzeile heißt, „27 Monate Haft als Hilfe für Ausstieg aus der Sucht“ ist zu erwähnen, dass die Rückfallquote bei Therapien statt Haftstrafe bedeutend höher ist als bei freiwilligen Therapien aus „eigenem“ Antrieb. Könnte es nicht sein, dass 27 Monate mit Perspektive und sichereren sozialen Verhältnissen als HartzIV geeigneter sein könnten für einen Suchtausstieg als Kriminalisierung und Gefängnisstrafen? Die Grenzen zwischen erlaubten und illegalisierten Substanzen sind jedenfalls willkürlich gezogen und wissenschaftlich nicht begründbar.

Joachim Biermanski (Grüne Hilfe-Pressesprecher), 36304 Alsfeld

3. Mai: Aufruf zum “Worldwide Marijuana March” in Frankfurt

Sonntag, April 6th, 2008

Frankfurt. Anfang Mai finden unter dem Motto “Worldwide Marijuana March” weltweit in über 220 Städten Demonstrationen und Kundgebungen für die Entkriminalisierung von Marihuana statt.

WorldWide Marijuana MarchAlice-Projekt Frankfurt, Das Bong Frankfurt, Die Linke.- BAG Drogenpolitik, Die Linke.- KV Frankfurt, Die Linke.- KV Vogelsberg, Die Linke.- LAG Drogenpolitik Hessen, Die Linke.- Römerfraktion Frankfurt, Grüne Hilfe Hessen, Grüne Jugend- Bundesverband und linksjugend (’solid)-Vogelsberg rufen gemeinsam zur Unterstützung des “Worldwide Marijuana March” am Samstag, den 3.Mai in Frankfurt (Treffpunkt: 12 Uhr Opernplatz) auf:

“Der Konsum von Cannabis sei längst ein Massenphänomen. Ein immer noch strafbares Massenphänomen, und das obwohl mit den Verboten in erster Linie die Gesundheit des Einzelnen geschützt werden solle.

Aufgabe des Strafrechtes sei es jedoch, nur grob abweichendes Verhalten zu sanktionieren. Dies sei Konsens in allen Sparten der Kriminalwissenschaft. Nur ein Verhalten, das die Gesellschaft schlechterdings nicht hinnehmen könne, dürfe strafbar sein. Angesichts des relativ geringen Gefährdungspotentials von Cannabis, der massenhaften Verbreitung dieser Droge und in Anbetracht der Gefahren, die aus den Begleitumständen am illegalen Markt resultieren, sei das Cannabisverbot nicht mehr zu begründen.

Drogenpolitik werde nur durch eine enge Verbindung von Prävention, ausstiegsorientierten Hilfen und Gesundheitshilfen für Kranke erfolgreich sein. Um die Kriminalisierung von DrogengebraucherInnen zu stoppen treten wir für eine Liberalisierung des Betäubungsmittelrechts ein und rufen zur Beteiligung am “Worldwide Marijuana March” in Frankfurt auf, heißt es in dem Aufruf.

Als Redner haben bisher Dr. Leo Teuter (Rechtsanwalt, Frankfurt), Max Plenert (Grüne Jugend) und Jo Biermanski (Grüne Hilfe/ Die Linke.- LAG Drogenpolitik Hessen) zugesagt, weitere RednerInnen sind angefragt.

Als Sprecher der Grünen Hilfe Hessen erläuterte Jo Biermanski aus Alsfeld, dass die derzeitige Kriminalisierung von drogengebrauchenden Menschen durch Zerstörung von Lebensläufen, Vertrauensverhältnissen, Freundschaften und Familien mehr Probleme schaffe, als sie vorgebe zu lösen. Die herrschende Verbotspolitik bewirke soziale Ausgrenzung durch Kriminalisierung, befördere den Schwarzmarkt und verhindere durch die Deregulation des Marktes notwendigen VerbraucherInnenschutz, der auch für DrogengebraucherInnen ein Menschenrecht sei, so Biermanski.